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    Nachricht vom 14.07.16 | MIDORA Leipzig

    Sicherer handeln: Mehr Schutz vor Kriminellen

    Roundtable der MIDORA 2016 thematisiert Sicherheitskonzepte für den Fachhandel

    Überfälle, Einbrüche, Trickdiebstahl: Mit ihrer hochwertigen Ware befinden sich Uhren- und Schmuckfachhändler stets auch im Visier von Kriminellen. Präventionsmöglichkeiten im Geschäftsalltag stehen daher im Mittelpunkt des Roundtables "Sicherheit für Ihr Fachgeschäft" am 4. September 2016 auf der MIDORA Leipzig. Die Veranstaltung zählt zu den Highlights des Fachprogramms der Uhren- und Schmuckmesse, die vom 3. bis 5. September 2016 stattfindet.

    Auf dem MIDORA Sicherheits-Podium diskutieren die Präsidenten der Zentralverbände für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik sowie der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e.V., Vertreter der Polizei, der Versicherungswirtschaft und der Gold- und Silberschmiede.

    Auch kleine Läden in Gefahr

    "Nicht nur große Juweliere sind für die Täter interessant, sondern genauso kleinere Geschäfte mit 20- oder 30.000 Euro Wareneinlage", betont Sebastian Göttert, Leiter der Abteilung VALORIMA der Mannheimer Versicherung AG, der Tipps aus der Sicht eines Versicherers vermittelt. "Es gibt kein Nord-Süd-Gefälle mehr, kleinere Städte und ländliche Regionen sind ebenso betroffen. Der Goldpreis tut ein Übriges - neben teuren Markenuhren ist Schmuck mit hohem Edelmetallanteil bei Dieben begehrt."

    Sicherheitslücken schließen

    Oft nutzen die Täter laut Göttert Defizite aus wie einfach verglaste Schaufenster, fehlende Alarmanlagen oder schlecht verankerte Tresore, die Einbrecher gleich komplett mitnehmen. Spektakulär seien Blitzeinbrüche, bei denen ein Auto direkt ins Geschäft rase: "Hier können Poller vorbeugen."

    Aufmerksam bleiben

    Eine Einladung an Kriminelle seien organisatorische Mängel wie unversperrte Nebeneingänge oder fehlende Achtsamkeit: "Zum Beispiel morgens die Tür zum Lüften aufzumachen und gleichzeitig das Schaufenster zu dekorieren, während der Tresor offensteht..." Oder der Verkäufer lasse im Kundengespräch den Schlüssel an der Vitrine stecken bzw. lege Schmuckstücke aus und drehe sich weg vom Tresen, um Ware zu holen. "DIE Chance für Trickdiebe! Deshalb: Nie mehr als einen Kunden bedienen - und im Zweifel das Verkaufsgespräch abbrechen."

    Eintritt nur nach "Gesichtskontrolle"

    "Raubüberfälle mit Waffengewalt sind unser Hauptproblem", unterstreicht Frank Belger, Obermeister der Gold- und Silberschmiedeinnung für den Kammerbezirk Leipzig. „Ich selbst war davon schon betroffen.“ Zudem sei sein Laden leer, wenn er in der Werkstatt arbeite. Dies könnten Kriminelle nutzen, weshalb sich der Goldschmiedemeister entschieden hat, sein Geschäft mit einer Einlasskontrolle abzusichern: "Die Tür ist mit elektronischer Schließtechnik immer verschlossen. Die Kunden klingeln, und über Video sehe ich, wer draußen steht." Auf dem MIDORA-Podium berichtet er über seine Erfahrungen: "90 Prozent der Kunden akzeptieren dies. Gerade bei hochwertigen Schmuckstücken schätzen sie zudem vertrauliche Vier-Augen-Gespräche."

    Fachgeschäfte rüsten auf

    Security und Eingangsschleusen wie die großen Geschäfte in der City könne eine kleine Goldschmiede nicht finanzieren, erklärt Belger. Doch Panzerglasscheiben, alarmgesicherte Schau- und Türfenster sowie Videoüberwachung inklusive Aufzeichnung gehören bei ihm zum Sicherheits-Pflichtprogramm. "Nachts lege ich den Großteil der Ware in den Tresor. Für die Dekoration gibt es spezielle Tages- und Nachtbefüllungen."

    Überfall: Täter schlagen am Tag zu

    "Ein typischer Überfall dauert drei bis fünf Minuten, erfolgt sehr überraschend während der Öffnungszeit, und der Täter droht mit einer Waffe – meist einer Schusswaffe", unterstreicht Kriminalhauptkommissar Matthias Bradtke von der Polizeilichen Beratungsstelle der Polizeidirektion Leipzig. Er klärt auf der MIDORA über charakteristische Vorgehensweisen sowie Präventionsmöglichkeiten auf. Seltener sei eine Attacke beim Betreten oder Verlassen des Geschäfts. Für Inhaber und Personal laute der oberste Grundsatz: "Leben und Gesundheit sind am wichtigsten! Zügig auf die Forderungen eingehen, Hektik vermeiden, keinesfalls Widerstand leisten." Nach einem Überfall die Polizei rufen, das Geschäft schließen und am Tatort nichts verändern. "Hilfreich für die Fahndung sind Merkmale wie Geschlecht, Statur, Dialekt, Alter, Fluchtrichtung und -fahrzeug. Wenn möglich, bis zum Eintreffen der Polizei Notizen machen."

    Vorbereitet sein

    "Wer im Umfeld seines Geschäfts verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt, sollte die Polizei informieren", rät Bradtke. "Profitäter spionieren ihre Opfer vorher oft aus." Außerdem helfen die Polizeilichen Beratungsstellen kostenfrei beim Erstellen von Sicherheitskonzepten und bieten Schulungen an: "Kritische Situationen werden simuliert, damit die Lage im Ernstfall nicht eskaliert."

    Der Roundtable "Sicherheit für Ihr Fachgeschäft" findet am 4. September 2016, 14.00 Uhr, auf der MIDORA Leipzig statt. Veranstaltungsort: Vortragsforum, Halle 5, Stand B04.

    Im Internet: www.midora.de


    Ansprechpartner für die Presse

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    Frau Ingrid Bednarsky
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